Aus der Zeitschrift EinSicht Sommer 2008

Kommentar an die Zecke!

Astrid Schrammel

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Das hast Du wunderbar gesagt, Du liebe Zecke! Gerade als ich durch die Behandlung Deiner Artgenossen in die tiefen finsteren, modrigen Keller meiner Persönlichkeit geschickt worden war, flatterte Deine Geschichte in mein Leben. Das war für mich eine moralische Unterstützung zur richtigen Zeit. Ich wusste, dass es sich lohnt, diese durch Angst gefesselten Energien zu befreien. Es ist mir damals sehr schwer gefallen, Eure Behandlung zu akzeptieren, weil meine Ängste wie eine Lawine drohten, mich ganz zu verschütten.

Eike Braunroth sagt immer, dass es viel leichter ist, mit Wesen außerhalb des Körpers zu kooperieren, als mit Begebenheiten innerhalb des eigenen Körpers. Ihr Spinnentiere in Gemeinschaft mit Euren besonderen Bakterien- und Virenfreunden habt ein wunderbares Talent, uns Menschen mit uns selbst und unseren Ängsten tiefgehend zu konfrontieren.

Schon seit einigen Jahren befasse ich mich eingehend mit Euch und den Reaktionen, die Euer Biss auslösen kann, aber nur, wenn ich in der passenden Schwingung bin. Das vergessen wir Menschen gerne, dass die Schwingung stimmen muss. Wenn unser Energiefeld in Ordnung ist, spürt Ihr das sogleich. Ihr kommt dann höchstens mal zu uns, um "Hallo, ich bin da!" zu sagen und geht gleich wieder. Bei mir war Einiges in Unordnung und manche von Deinen Geschwistern haben ca. 5 Tage lang an meinem Körper und meiner Energieschwingung arbeiten müssen. Einige Male sind mir während ihrer Behandlung die Nerven durchgegangen und ich habe Deine Geschwister beschimpft. Dann haben sie sich für kurze Zeit zurückgezogen, um mir Zeit zu geben, diese Persönlichkeitsblockaden zu bearbeiten.

In dieser Zeit bin ich tatsächlich mit meinen tiefstsitzenden Ängsten in Berührung gekommen. Auch meine Selbstgefälligkeit und mein Hochmut wurde durch diese Begegnungen entlarvt. Und ein ganz heikles Thema, auf das mich Deine Verwandten aufmerksam werden ließen, war: Das Tragen einer Maske vor meinem wahren Ich. Mein Verhalten war sehr von meinem Umfeld abhängig und ich wollte auf keinen Fall mein Gesicht verlieren. Als ob es möglich sein könnte, dass auch nur das winzigste Leben in der Schöpfung sein Gesicht verlieren könnte! Aber der Mensch glaubt, sein Gesicht zu verlieren, wenn er vor seinen Mitmenschen auf einmal anders da steht, als er es sich vorgestellt hat. Ja! Ich wollte ein ganz braves, liebes und auch starkes, unerschütterliches Bild von mir in die Welt stellen. Die Borreliose oder noch schlimmer die Gehirnhautentzündung hätten dieses feine Bildchen von mir in meiner Ansicht gestört. Denn wenn man so wissend ist, wie die Astrid, dann dürfte doch so ein körperliches Geschehen nicht passieren. Von dieser hochnäsigen Ansicht sauste ich wie auf einer Achterbahn in die Keller meiner Ängste. Das Unten-Landen war nicht sanft, mein Körper, meine Seele und mein Geist wurden tüchtig durchgeschüttelt. Ich musste mich selbst mit meiner Wahrheit in mir konfrontieren. Es wurde mir klar, dass es unsere tiefe innere Wahrheit ist, vor der wir Angst haben. Schon von klein auf üben wir uns im Verdrängen von unseren wahren Gefühlen, weil wir in einer Welt der verdrängten Gefühle leben. Ich hatte Angst vor mir selbst, davor, etwas Anderes zu fühlen, als das, was in der Öffentlichkeit vertreten wird.

Nun habe ich von Euch Zecken und Euren Begleitern schon so viel gelernt, bin jedoch immer bereit, noch mehr von Euch zu lernen. Von ganzem Herzen danke ich Euch für die Aufmerksamkeit die Ihr Zecken mir in den letzten Jahren zuteil werden lassen habt.


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